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E-Scooter und E-Roller mit Hund 2026: Hund an der Leine verboten (5 € Verwarnungsgeld), Hund im Korb oder Rucksack, Anhänger, Leih-Scooter, Pedelec-Vergleich und Haftung

Einen Hund an der Leine neben dem fahrenden E-Scooter zu führen ist verboten: E-Scooter sind Kraftfahrzeuge (§ 1 eKFV), und § 28 Abs. 1 Satz 3 StVO verbietet, Tiere von Kraftfahrzeugen aus zu führen. Verwarnungsgeld 5 €, keine Punkte (KBA-Tatbestand 128006). Hund im Rucksack oder Korb: nicht ausdrücklich verboten, aber § 23 StVO (10 bis 80 € plus Punkt) und beide Hände am Lenker; Hundeanhänger am E-Scooter verboten (§ 8 eKFV); Lime, Dott/TIER und Voi verbieten Tiere vertraglich, Bolt nicht ausdrücklich. Mit Fahrrad und Pedelec bis 25 km/h ist der Hund an der Leine erlaubt, mit S-Pedelec nicht. Seit 1. Oktober 2026 Gefährdungshaftung für E-Scooter-Halter; ab 1. März 2027 neue Bußgelder. Vollständiger Wortlaut § 28 StVO, Bußgeldtabelle, Fahrzeugvergleich, Feldweg und Wald, sichere Alternativen.

Verwandte Tierarten:Dog
Cavalier King Charles Spaniel sitzt in einem Fahrradkorb, eine Hand hält den Lenker

E-Scooter und E-Roller mit Hund 2026: Hund an der Leine verboten (5 € Verwarnungsgeld), Hund im Korb oder Rucksack, Anhänger, Leih-Scooter, Pedelec-Vergleich und Haftung

Patify Redaktion · Aktualisiert am 27. Oktober 2026 · Geprüfte Quellen: StVO §§ 22, 23, 24, 28, 49; eKFV in der Fassung seit 1. April 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 32); StVG in der Fassung vom 25. September 2026; KBA-Tatbestandskatalog (Stand 8. Oktober 2026); BMV-FAQ Elektrokleinstfahrzeuge (1. April 2026); ADAC; Nutzungsbedingungen von Lime, Dott/TIER, Voi und Bolt

Kurz gesagt

Mit dem E-Scooter fahren und den Hund an der Leine nebenher laufen lassen ist verboten. E-Scooter sind rechtlich Kraftfahrzeuge (§ 1 eKFV), und § 28 Abs. 1 Satz 3 StVO sagt: «Es ist verboten, Tiere von Kraftfahrzeugen aus zu führen.» Das kostet 5 € Verwarnungsgeld, keine Punkte (KBA-Tatbestand 128006); teuer wird es erst bei einem Unfall. Hund im Rucksack oder Korb auf dem E-Scooter: nicht ausdrücklich verboten, aber Sicht, Gehör und Sicherheit dürfen nicht leiden (§ 23 StVO, 10 bis 80 € plus Punkt), beide Hände bleiben am Lenker. Hundeanhänger am E-Scooter: verboten (§ 8 eKFV, 10 €, ab März 2027 25 €). Leih-Scooter: Lime, Dott/TIER und Voi verbieten Tiere in ihren AGB. Mit Fahrrad oder Pedelec bis 25 km/h ist der Hund an der Leine erlaubt, mit S-Pedelec nicht. Seit 1. Oktober 2026 haften E-Scooter-Halter verschuldensunabhängig.

Schnellantworten

5 €Verwarnungsgeld für das Führen eines Tieres vom E-Scooter aus, ohne Punkte (KBA 128006)
20 km/hBauartbedingte Höchstgeschwindigkeit eines E-Scooters: weit über dem Dauerlauftempo der meisten Hunde
1.10.2026Seit diesem Tag gilt die verschuldensunabhängige Halterhaftung auch für E-Scooter

Warum die Leine am E-Scooter verboten ist: der Wortlaut von § 28 StVO

Die Regel steht in § 28 Abs. 1 der Straßenverkehrs-Ordnung, die hier vollständig zitiert wird, weil viele Seiten nur einen Teil wiedergeben:

«(1) Haus- und Stalltiere, die den Verkehr gefährden können, sind von der Straße fernzuhalten. Sie sind dort nur zugelassen, wenn sie von geeigneten Personen begleitet sind, die ausreichend auf sie einwirken können. Es ist verboten, Tiere von Kraftfahrzeugen aus zu führen. Von Fahrrädern aus dürfen nur Hunde geführt werden.» (§ 28 Abs. 1 StVO, abgerufen am 27. Oktober 2026)

Entscheidend ist also, ob der E-Scooter ein Kraftfahrzeug ist. Die Antwort gibt § 1 Abs. 1 der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung: «Elektrokleinstfahrzeuge im Sinne dieser Verordnung sind Kraftfahrzeuge mit elektrischem Antrieb und einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 6 km/h und nicht mehr als 20 km/h». Das Bundesministerium für Verkehr bestätigt in seinen FAQ (Stand 1. April 2026): «Elektrokleinstfahrzeuge sind Kraftfahrzeuge und somit versicherungspflichtig.» Daraus folgt:

  • Hund an der Leine neben dem fahrenden E-Scooter: verboten nach § 28 Abs. 1 Satz 3 StVO.
  • Egal ob privat oder gemietet: das Verbot hängt am Fahrzeugtyp, nicht am Eigentum.
  • Auch Segway und andere selbstbalancierende Elektrokleinstfahrzeuge sind erfasst.
  • Die Fahrrad-Ausnahme in Satz 4 gilt nur für Fahrräder und Pedelecs, die rechtlich als Fahrrad gelten. Sie lässt sich nicht auf den E-Scooter übertragen.
  • Schieben ist erlaubt: Wer absteigt und den E-Scooter neben sich schiebt, ist Fußgänger und darf den Hund an der Leine führen.

Der Grund ist nachvollziehbar. Ein E-Scooter hat kleine Räder, einen hohen Schwerpunkt und erfordert beide Hände am Lenker. Ein Hund, der plötzlich zur Seite zieht, einer Katze hinterherspringt oder stehen bleibt, bringt Fahrer, Hund und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr. Die Zahl der Unfallbeteiligten mit Elektrokleinstfahrzeugen hat sich laut Bundestagsdrucksache 21/5871 von 5.860 (2020) auf 12.509 (2024) mehr als verdoppelt.

Bußgeld: 5 €, keine Punkte, und was wirklich teuer wird

Das Verwarnungsgeld für das Führen eines Tieres vom Kraftfahrzeug aus beträgt 5 Euro. Die Quelle ist der bundeseinheitliche Tatbestandskatalog des Kraftfahrt-Bundesamts, nicht die Bußgeldkatalog-Verordnung, die für § 28 StVO keinen eigenen Regelsatz enthält. Angaben wie «5 bis 10 Euro» sind ungenau: 10 Euro gibt es nur für einen anderen Tatbestand (Tiere ohne geeignete Begleitung auf die Straße gelassen, mit Unfall).

VerstoßGrundlageBetragPunkteTatbestand
Hund vom E-Scooter aus an der Leine geführt§ 28 Abs. 1 Satz 3, § 49 Abs. 2 Nr. 3 StVO5 €0KBA 128006
Tiere ohne geeignete Begleitung, Gefährdung / Unfall§ 28 Abs. 1 StVO5 € / 10 €0KBA 128000 / 128001
Sicht oder Gehör durch Tiere oder Ladung beeinträchtigt§ 23 Abs. 1 Satz 1 StVO10 €0BKat 107.1
Ladung oder Besetzung nicht vorschriftsmäßig, Sicherheit leidet§ 23 Abs. 1 Satz 2 StVO25 €0BKat 107.2
Verkehrssicherheit dadurch wesentlich beeinträchtigt§ 23 Abs. 1 Satz 2 StVO80 € (mit Unfall 120 €)1BKat 108
Freihändig gefahren§ 11 Abs. 1 eKFV10 €0KBA 611006
Anhänger am E-Scooter§ 8 eKFV10 € (ab 1.3.2027: 25 €)0KBA 608006
Person mitgenommen§ 8 eKFV10 € (ab 1.3.2027: 25 €)0KBA 608000
Gehweg befahren (mit Behinderung, Gefährdung, Sachbeschädigung)§ 10 eKFV15 / 20 / 25 / 30 € (ab 1.3.2027: 25 bis 40 €)0BKat 238
Ohne Versicherungsplakette§ 2 Abs. 1 Nr. 2 eKFV40 €0BKat 235
Handy beim Fahren§ 23 Abs. 1a StVO100 € (ab 1.3.2027: 55 €)1BKat 246.1

Punkte in Flensburg gibt es für das Führen des Hundes nicht; eingetragen wird erst ab einer Geldbuße von 60 Euro (§ 28 Abs. 3 StVG). Der gesetzliche Rahmen reicht für Verwarnungsgelder von 5 bis 55 Euro (§ 56 OWiG) und für Bußgelder bis 2.000 Euro (§ 24 StVG); der Katalogwert ist der Regelfall, im Einzelfall kann abgewichen werden. Begeht man mit einer Handlung mehrere geringfügige Verstöße, wird nur das höchste Verwarnungsgeld erhoben. Die finanzielle Gefahr liegt ohnehin woanders: Verletzt sich ein Fußgänger, weil der Hund ihn mit der Leine zu Fall bringt, geht es um Schmerzensgeld und Schadensersatz, nicht um 5 Euro.

Reihe von abgestellten Leih-E-Scootern vor einem Altbau in Frankfurt am Main

Leih-E-Scooter in Frankfurt: Lime, Dott/TIER und Voi verbieten in ihren deutschen Nutzungsbedingungen ausdrücklich, Tiere auf dem Fahrzeug mitzunehmen.

Hund im Rucksack, Korb oder Box auf dem E-Scooter

Die Suchanfragen «Hund auf E-Scooter mitnehmen» und «E-Scooter Hund transportieren» zielen auf eine andere Frage: Darf der Hund nicht neben, sondern auf dem E-Scooter mitfahren? Hier gibt es kein ausdrückliches Verbot, aber mehrere Hürden.

  1. Keine Person, also kein § 8. § 8 eKFV verbietet die Personenbeförderung. Ein Hund ist keine Person, deshalb greift dieser Tatbestand nicht. Die Angabe, ein Tier als «Mitfahrer» koste 55 bis 70 Euro, ist deshalb falsch.
  2. Sicht, Gehör, Sicherheit (§ 23 Abs. 1 StVO). Der Fahrer muss dafür sorgen, dass Sicht und Gehör nicht durch «Tiere» beeinträchtigt werden, und die Verkehrssicherheit darf durch Ladung oder Besetzung nicht leiden. Ein zappelnder Hund vor dem Bauch oder am Lenker verstößt schnell dagegen: 10 bis 25 Euro, bei wesentlicher Beeinträchtigung 80 Euro und ein Punkt.
  3. Beide Hände am Lenker (§ 11 Abs. 1 eKFV). Den Hund mit einer Hand festzuhalten ist freihändiges Fahren und kostet 10 Euro.
  4. Gegenstände an Lenker und Trittbrett. Das BMV nennt es in seinen FAQ verboten, Gegenstände auf dem Trittbrett oder an der Lenkstange mitzuführen, wenn dadurch die sichere Fahrzeugführung beeinträchtigt wird. Ein Hund im Lenkerkorb verschiebt den Schwerpunkt nach vorn und erschwert das Lenken.
  5. Betriebserlaubnis. Anbauten, von denen eine Gefährdung zu erwarten ist, können die Betriebserlaubnis erlöschen lassen (§ 19 Abs. 2 StVZO in Verbindung mit § 2 Abs. 3 eKFV); fahren ohne gültige Betriebserlaubnis kostet 30 Euro. Ob ein bestimmter Lenkerkorb dazu führt, hängt vom Hersteller ab und ist nicht allgemein geklärt.
  6. Sicherung (§ 22 StVO). Ob ein Hund im Korb rechtlich «Ladung» ist, ist Auslegungssache; praktisch muss er so gesichert sein, dass er bei einer Vollbremsung nicht herausfällt.

Unsere Einschätzung: Ein kleiner, ruhiger Hund in einem gut sitzenden, geschlossenen Hunderucksack am Rücken des Fahrers ist die am wenigsten problematische Variante, weil Lenker und Sicht frei bleiben. Ein Lenkerkorb oder eine Box auf dem Trittbrett ist rechtlich riskant und bei 20 km/h auf Kopfsteinpflaster für den Hund unangenehm. Mit einem Leih-Scooter von Lime, Dott/TIER oder Voi ist beides vertraglich untersagt. Wer mit «E-Roller» einen Motorroller bis 45 km/h meint: Dort ist eine fest montierte, geprüfte Hundebox als gesicherte Ladung möglich, die Leine bleibt verboten.

Hundeanhänger: am E-Scooter nein, am Fahrrad ja

§ 8 eKFV ist hier eindeutig: «Die Personenbeförderung sowie der Anhängerbetrieb sind für Elektrokleinstfahrzeuge nicht gestattet.» Ein Hundeanhänger am E-Scooter ist damit verboten, egal wie gut er ist. Das Verwarnungsgeld beträgt 10 Euro, ab dem 1. März 2027 25 Euro.

Am Fahrrad und am Pedelec ist ein Hundeanhänger dagegen erlaubt. Der ADAC (Stand 14. September 2026) nennt die Voraussetzungen: Rückstrahler vorn und hinten, bei mehr als einem Meter Breite zusätzlich eine weiße Leuchte vorn links, das Fahrrad oder E-Bike muss laut Hersteller für den Anhängerbetrieb freigegeben sein, das zulässige Gesamtgewicht ist einzuhalten, und der Hund wird am Geschirr im Anhänger gesichert. Im Sommer heizt sich ein Anhänger in der Sonne stark auf: Pausen, Belüftung und Wasser sind Pflicht. Wie gefährlich Hitze in geschlossenen Räumen für Hunde ist, zeigt unser Ratgeber zum Hund im heißen Auto.

Leih-Scooter: was Lime, Dott/TIER, Voi und Bolt erlauben

AnbieterTier auf dem Scooter?Regel in den deutschen NutzungsbedingungenFassung
LimeNein«Befördern Sie bei der Nutzung unserer Dienste keine anderen Personen oder Tiere.» Gewichtsgrenze 136 kg1. September 2023
Dott (Vertragspartner TIER)Nein«Sie werden keine weitere Person oder Tiere auf dem Fahrzeug transportieren.» Höchstgewicht 100 kg23. September 2025
VoiNeinWeder eine zweite Person noch ein Kind oder Tier auf dem Fahrzeug mitnehmen; Höchstgewicht 100 kg inklusive GegenständeDatum nicht angegeben (abgerufen 27. Oktober 2026)
BoltKein ausdrückliches VerbotKeine zusätzlichen Personen; keine Gegenstände wie Rucksäcke oder Taschen, die das sichere Bedienen verhindern können; Gewichtsgrenze 95 kgGültig ab 1. Dezember 2026

Ein Verstoß gegen die AGB ist keine Ordnungswidrigkeit, kann aber zur Sperrung des Kontos und bei einem Schaden zu Regressforderungen des Anbieters führen. Und unabhängig von den AGB gilt: Den Hund an der Leine neben einem Leih-Scooter laufen zu lassen, ist nach § 28 StVO verboten.

Fahrzeugvergleich: E-Scooter, Pedelec, S-Pedelec, Fahrrad, Tretroller

FahrzeugRechtlichHund an der Leine führenHund mitnehmen (Korb, Rucksack, Box)Hundeanhänger
E-ScooterKraftfahrzeug (§ 1 eKFV)Verboten, 5 €Nicht ausdrücklich verboten; § 23 StVO, beide Hände am Lenker; Leih-Scooter meist vertraglich verbotenVerboten (§ 8 eKFV)
Pedelec bis 25 km/hFahrrad (§ 1 Abs. 3 StVG)Erlaubt, mit ausreichender EinwirkungErlaubt bei sicherer UnterbringungErlaubt, wenn vom Hersteller freigegeben
S-Pedelec bis 45 km/hKraftfahrzeugVerboten, 5 €Ladungsregeln §§ 22, 23 StVOFahrzeugabhängig
FahrradFahrzeug, kein KraftfahrzeugErlaubt (nur Hunde)Erlaubt bei sicherer UnterbringungErlaubt (Rückstrahler, ab 1 m Breite Frontleuchte)
Tretroller, KickbikeKein Fahrzeug, Fußgängerregeln (§ 24 StVO)Von § 28 Satz 3 und 4 nicht erfasst; nur bei voller Kontrolle (Auslegung)––
Motorroller, MofaKraftfahrzeugVerboten, 5 €Gesicherte Box als LadungFahrzeugabhängig

Zwei Feinheiten: Pedelecs dürfen mit Anfahrhilfe bis 6 km/h ohne Treten fahren und bleiben trotzdem Fahrräder; ein S-Pedelec ist dagegen ein Kleinkraftrad mit Versicherungskennzeichen, und der Hund an der Leine ist dort genauso verboten wie am E-Scooter. Beim nicht motorisierten Tretroller oder Kickbike passt § 28 Satz 3 und 4 dem Wortlaut nach nicht, weil diese Geräte nach § 24 StVO gar keine Fahrzeuge sind; es bleiben Satz 1 und 2 (geeignete Person, ausreichende Einwirkung) und das allgemeine Rücksichtnahmegebot. Eine Behörden- oder Gerichtsaussage dazu wurde nicht gefunden. Sportarten wie Dogscooting, bei denen der Hund einen Roller zieht, sind nicht ausdrücklich geregelt und gehören auf geeignete Wege abseits des Verkehrs. Ein motorisierter Krankenfahrstuhl ist nach der Fahrerlaubnis-Verordnung ebenfalls ein Kraftfahrzeug; eine Ausnahme vom § 28 StVO sieht die StVO nicht vor, die Praxis ist ungeklärt.

Schwarz-weiß-Foto eines Shiba Inu an der Leine auf einem Gehweg, nur die Beine des Halters sind zu sehen

Absteigen und schieben ist immer erlaubt: Wer den E-Scooter schiebt, ist Fußgänger und darf den Hund an der Leine führen.

Haftung und Versicherung seit dem 1. Oktober 2026

Bis September 2026 gab es für E-Scooter eine Lücke: Fahrzeuge bis 20 km/h waren nach § 8 Nr. 1 StVG von der verschuldensunabhängigen Halterhaftung ausgenommen. Das hat sich geändert. Seit dem 1. Oktober 2026 nimmt § 8 Nr. 1 StVG Elektrokleinstfahrzeuge ausdrücklich von dieser Ausnahme aus, sodass der Halter eines E-Scooters nach § 7 StVG auch ohne Verschulden haftet; für Unfälle vor diesem Datum gilt die bisherige Fassung (§ 65 Abs. 4 StVG, Gesetz vom 25. September 2026). Der ADAC hat die Änderung am 1. Oktober 2026 bestätigt.

  • E-Scooter-Halter: Gefährdungshaftung nach § 7 StVG; Pflichtversicherung mit Versicherungsplakette, die Schäden «durch den Gebrauch des Fahrzeugs» deckt (§ 1 PflVG). Private Policen kosten laut Bundestag etwa 25 bis 35 Euro im Jahr.
  • Hundehalter: Tierhalterhaftung nach § 833 Satz 1 BGB, ebenfalls ohne Verschulden. In vielen Bundesländern ist eine Hundehalterhaftpflicht vorgeschrieben.
  • Zusammentreffen von Fahrzeug und Tier: Die Haftung wird nach § 17 Abs. 4 StVG verteilt; ein Mitverschulden des Geschädigten nach § 9 StVG und § 254 BGB.
  • Welche Versicherung zahlt? Wenn der geführte Hund einen Radfahrer zu Fall bringt, kann man darüber streiten, ob der Schaden «beim Gebrauch» des E-Scooters entstand oder durch das Tier. Das ist im Einzelfall zu klären; fragen Sie vorab beide Versicherer. Wer verbotswidrig mit Leine fährt, verschlechtert seine Lage in jedem Fall.

Wer häufig mit Hund unterwegs ist, sollte auch die Krankenversicherung des Hundes prüfen: Ein Sturz bei 20 km/h kann Pfoten, Gelenke und Krallen verletzen. Tarife und Leistungen vergleicht unser Ratgeber zur Hundekrankenversicherung 2026.

Feldweg, Wald, Privatgelände: gilt das Verbot überall?

Die StVO und die eKFV gelten im öffentlichen Verkehrsraum. E-Scooter dürfen nach § 10 eKFV auf Radwegen, Radfahrstreifen und Fahrradstraßen fahren, sonst auf der Fahrbahn, außerorts auch auf dem Seitenstreifen, auf Gehwegen nur mit dem Zusatzzeichen «Elektrokleinstfahrzeuge frei».

  • Echtes Privatgelände ohne öffentlichen Verkehr (eigener Hof, abgeschlossenes Grundstück): StVO und eKFV gelten nicht. Dort greift § 28 StVO nicht, wohl aber das Tierschutzgesetz.
  • Feld- und Wirtschaftswege: Viele sind öffentlich gewidmet oder tatsächlich für den Verkehr geöffnet und damit öffentlicher Verkehrsraum. Die Aussage «auf privaten Feldwegen gilt die Regel nicht» stimmt nur für echte Privatwege.
  • Wald: § 14 Bundeswaldgesetz erlaubt auf Waldwegen nur Radfahren, Krankenfahrstühle und Reiten; Einzelheiten regeln die Länder. E-Scooter im Wald sind deshalb nicht pauschal erlaubt, und in der Brut- und Setzzeit gelten zusätzlich Leinenpflichten, siehe Leinenpflicht in der Brut- und Setzzeit.
  • Hoverboards und E-Skateboards ohne Lenkstange sind keine Elektrokleinstfahrzeuge und im öffentlichen Verkehr gar nicht zugelassen.

Was sich ab dem 1. März 2027 ändert

Die Verordnung vom 30. Januar 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 32) hat die eKFV zum 1. April 2026 neu gefasst; weitere Teile treten am 1. März 2027 in Kraft. Für Hundehalter bleibt das Wichtigste gleich: § 28 StVO wird nicht geändert, das Führen des Hundes vom E-Scooter aus kostet weiter 5 Euro.

PunktBis 28. Februar 2027Ab 1. März 2027
Hund an der Leine vom E-ScooterVerboten, 5 €Verboten, 5 € (unverändert)
Person mitnehmen§ 8 eKFV, 10 €§ 21 StVO, 25 €
Anhänger§ 8 eKFV, 10 €Neuer Tatbestand, 25 €
Gehweg15 bis 30 €25 bis 40 €
Handy beim Fahren100 € und 1 Punkt55 €
Freihändig, Anhängen an FahrzeugeeKFV§ 23 Abs. 3 StVO gilt auch für E-Scooter; Anhängen an fahrende Fahrzeuge 5 €

Sichere Alternativen für Hund und Halter

Scooter für die Anfahrt, Gassi zu Fuß

Den E-Scooter bis zum Park nutzen, dort abstellen und zu Fuß gehen. Für den Hund ist ein Spaziergang mit Schnüffelpausen ohnehin wertvoller als ein Lauf neben einem Fahrzeug.

Pedelec oder Fahrrad

Wer seinem Hund mehr Auslauf bieten will, nimmt das Fahrrad: Dort ist der Hund an der Leine erlaubt, idealerweise mit einem Abstandhalter, der Ruckeln abfedert, und auf ruhigen Wegen.

Langsam aufbauen

Hunde müssen Laufen neben dem Rad trainieren. Junge Hunde im Wachstum, Senioren und kurznasige Rassen sollten nicht neben Fahrzeugen laufen; das Tierschutzgesetz verbietet, einem Hund Leistungen abzuverlangen, die offensichtlich seine Kräfte übersteigen (§ 3 Nr. 1 TierSchG).

Hitze und Pfoten

Asphalt heizt sich im Sommer stark auf. Fahren Sie mit Hund nur in den kühlen Stunden, prüfen Sie den Boden mit der Hand und machen Sie Pausen mit Wasser.

Leinenführigkeit

Ein Hund, der an der Leine zieht oder vor der Leine flieht, ist neben jedem Fahrzeug eine Gefahr. Gezieltes Training hilft, siehe Hund flieht vor der Leine.

Öffentliche Verkehrsmittel

Für längere Strecken mit Hund sind Bahn und Bus oft die bessere Wahl; die Regeln für Maulkorb und Ticket stehen in unserem Ratgeber Deutsche Bahn mit Hund.

Häufige Fragen

Darf ich meinen Hund an der Leine neben dem E-Scooter laufen lassen?

Nein. E-Scooter sind Kraftfahrzeuge (§ 1 eKFV), und vom Kraftfahrzeug aus dürfen keine Tiere geführt werden (§ 28 Abs. 1 Satz 3 StVO).

Wie hoch ist das Bußgeld?

5 Euro Verwarnungsgeld (KBA-Tatbestand 128006), keine Punkte; bei Unfällen drohen zivilrechtliche Folgen.

Gibt es Punkte in Flensburg?

Nein; eingetragen wird erst ab 60 Euro Geldbuße.

Darf der Hund im Rucksack oder Korb mitfahren?

Nicht ausdrücklich verboten, aber Sicht, Gehör und Sicherheit dürfen nicht leiden (§ 23 StVO, 10 bis 80 Euro), beide Hände bleiben am Lenker.

Ist ein Hundeanhänger am E-Scooter erlaubt?

Nein, § 8 eKFV verbietet Anhänger: 10 Euro, ab 1. März 2027 25 Euro.

Darf der Hund auf einen Leih-Scooter?

Bei Lime, Dott/TIER und Voi nein (AGB); Bolt hat kein ausdrückliches Tierverbot. Die Leine bleibt bei allen verboten.

Und mit dem E-Bike?

Pedelec bis 25 km/h gilt als Fahrrad: Hund an der Leine erlaubt. S-Pedelec bis 45 km/h ist Kraftfahrzeug: verboten.

Und mit dem Tretroller oder Kickbike?

Kein Fahrzeug, Fußgängerregeln; § 28 Satz 3 und 4 greift nicht, erlaubt nur bei voller Kontrolle über den Hund (Auslegung).

Wer haftet bei einem Unfall?

Seit 1. Oktober 2026 der E-Scooter-Halter verschuldensunabhängig (§ 7 StVG) und der Hundehalter nach § 833 BGB; die Verteilung regelt § 17 Abs. 4 StVG.

Gilt das Verbot auf Feldwegen und Privatgrund?

Auf echtem Privatgelände nicht; viele Feldwege sind aber öffentlicher Verkehrsraum, und im Wald gilt Landesrecht.

Ändert sich 2027 etwas?

§ 28 StVO bleibt unverändert; ab 1. März 2027 steigen Bußgelder für Personenmitnahme, Anhänger und Gehweg, Handy sinkt auf 55 Euro.

Wie schnell darf ich mit Hund fahren?

E-Scooter fahren bis 20 km/h, das ist für die meisten Hunde zu schnell; den Hund zu überfordern verbietet das Tierschutzgesetz.

Quellen, geprüft am 27. Oktober 2026

  • Gesetze im Internet: StVO §§ 1, 21, 22, 23, 24, 28, 49; eKFV §§ 1, 2, 8, 10, 11 in der Fassung seit 1. April 2026; Verordnung vom 30. Januar 2026, BGBl. 2026 I Nr. 32 (Artikel 2 bis 4 in Kraft am 1. März 2027); BKatV (zuletzt geändert am 12. August 2026); StVG §§ 1, 7, 8, 9, 17, 24, 28, 65 (Gesetz vom 25. September 2026, BGBl. 2026 I Nr. 276); OWiG § 56; StVZO §§ 19, 63a; FZV § 56; PflVG § 1; FeV § 4; BGB §§ 254, 833; TierSchG § 3; BWaldG § 14.
  • Kraftfahrt-Bundesamt, bundeseinheitlicher Tatbestandskatalog (Datenbankstand 8. Oktober 2026): Tatbestände 128000, 128001, 128006, 608000, 608006, 611006.
  • Bundesministerium für Verkehr, FAQ zur Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (Stand 1. April 2026); Bundestagsdrucksache 21/5871 (11. Mai 2026).
  • ADAC: E-Scooter (1. Oktober 2026); Fahrradanhänger für Hunde (14. September 2026).
  • Nutzungsbedingungen Deutschland: Lime (1. September 2023), Dott/TIER (23. September 2025), Voi (abgerufen 27. Oktober 2026), Bolt (gültig ab 1. Dezember 2026).

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