FSME-Zecken-Karte Deutschland 2026: Wo Hunde besonders gefährdet sind
🚨 Kurz & wichtig: FSME wird durch den Stich der Zecke Ixodes ricinus übertragen. Bayern und Baden-Württemberg sind die Hauptrisikogebiete, aber auch andere Bundesländer sind betroffen. Für Hunde in Risikogebieten ist die FSME-Impfung empfohlen. Lesen Sie auch unsere Artikel über Nebenwirkungen von Zeckenmitteln und Gefahren durch Eichenprozessionsspinner.
Es ist ein sonniger Frühlingstag, Sie gehen mit Ihrem Hund durch den Wald, und eine winzige Zecke beißt sich fest. Wenige Wochen später zeigt Ihr Vierbeiner plötzlich Lähmungserscheinungen – FSME. Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist kein exklusives Menschenproblem. Gerade Hunde erkranken oft schwer, und die Risikogebiete in Deutschland weiten sich klimabedingt 2026 massiv aus. Doch mit der richtigen Vorbeugung können Sie Ihren Hund schützen.
In diesem Artikel
FSME-Karte Deutschland 2026: Die Risikogebiete
Das Robert Koch-Institut (RKI) definiert FSME-Risikogebiete anhand gemeldeter humaner Erkrankungsfälle. Für 2026 sind folgende Regionen besonders betroffen:
- Bayern: nahezu flächendeckend (außer den westlichsten Landkreisen). Schwerpunkte sind Oberbayern, Niederbayern und die Oberpfalz.
- Baden-Württemberg: fast alle Kreise, besonders der Schwarzwald, die Schwäbische Alb und Oberschwaben.
- Südhessen: Odenwald und angrenzende Kreise.
- Thüringen: südliche Landkreise (z. B. Hildburghausen, Sonneberg).
- Sachsen: Vogtlandkreis, Erzgebirgskreis, Teile des Landkreises Görlitz.
- Rheinland-Pfalz: Pfälzerwald und angrenzende Gebiete.
Zunehmend werden auch einzelne Kreise in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen als Risikogebiete diskutiert. Die Zecken selbst kennen keine politischen Grenzen; mit milden Wintern dehnt sich ihr Verbreitungsgebiet stetig nach Norden aus. Unabhängig von der Karte gilt: Zecken sind in ganz Deutschland aktiv, sobald die Temperaturen über 7 °C steigen.
Die FSME-Risikokarte 2026 zeigt klar: Wer mit seinem Hund in Süddeutschland lebt oder Urlaub macht, sollte den Impfstatus ernst nehmen. Ein einziger Zeckenstich kann genügen.
— Prof. Dr. Ingo Nolte, Tierärztliche Hochschule HannoverWeitere saisonale Gefahren für Hunde finden Sie in unserem Ratgeber zu Eichenprozessionsspinnern und Grasmilben beim Hund.
Symptome von FSME beim Hund
Die Inkubationszeit beträgt 7 bis 14 Tage. Die Krankheit verläuft beim Hund oft zweiphasig:
- Fieberphase: Hohes Fieber (bis 41 °C), Apathie, Fressunlust. Kann bei leichten Verläufen unerkannt bleiben.
- Neurologische Phase: Plötzlich auftretende Koordinationsstörungen, Lähmungen (oft der Hinterhand), Schluckbeschwerden, Krampfanfälle, Bewusstseinsstörungen. Ohne intensivmedizinische Behandlung sterben viele Hunde innerhalb weniger Tage.
Anders als beim Menschen gibt es beim Hund keine spezifische antivirale Therapie. Die Behandlung erfolgt symptomatisch und ist langwierig und teuer – ein weiterer Grund, warum die Impfung so entscheidend ist. Einen Überblick über die Kostenintensivmedizinischer Behandlungen bietet unser Beitrag zu Tierarztkosten 2026.
FSME-Impfung für Hunde: Wirksamkeit und StIKo-Empfehlung
Seit einigen Jahren ist ein in Deutschland zugelassener Totimpfstoff gegen das FSME-Virus für Hunde verfügbar. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) empfiehlt die Impfung für alle Hunde, die in FSME-Risikogebieten leben, dorthin reisen oder dort spazieren gehen. Das Grundimmunisierungsschema besteht aus zwei Injektionen im Abstand von 3–5 Wochen, gefolgt von einer jährlichen Auffrischung. Die Impfung senkt das Risiko einer schweren Erkrankung um über 90 %.
Bei Welpen kann die Grundimmunisierung ab der 12. Lebenswoche beginnen. Sprechen Sie Ihren Tierarzt rechtzeitig an, idealerweise vor Beginn der Zeckensaison im März. Er informiert Sie auch über Kombinationsschutz mit anderen Parasitenprophylaxen. Wichtig: Die FSME-Impfung ersetzt nicht den Zeckenschutz durch Repellentien, denn Zecken übertragen auch andere Erreger (z. B. Borrelien). Eine ganzheitliche Parasitenprophylaxe ist essenziell, mehr dazu in unserem Ratgeber Mikrochip-Pflicht (Identifikation) und Nebenwirkungen von Zeckenmitteln.
Zeckenschutz über die Impfung hinaus
Die FSME-Impfung schützt nur gegen FSME. Gegen Borreliose, Anaplasmose und Babesiose helfen nur konsequente Schutzmaßnahmen:
- Repellentien: Spot-on-Präparate, Halsbänder oder Kautabletten mit akarizider Wirkung. Ihr Tierarzt berät Sie zur passenden Wahl.
- Absuchen nach jedem Spaziergang: Besonders Ohren, Hals, Achseln und zwischen den Zehen kontrollieren.
- Zecken richtig entfernen: Mit Zeckenzange oder -karte nah an der Haut fassen und langsam herausziehen. Nicht quetschen oder mit Öl beträufeln.
- Waldwege nutzen: Im hohen Gras und Unterholz Zecken vermeiden. Leinenpflicht in Wäldern hilft, den Hund kontrolliert zu führen – lesen Sie dazu unsere Infos zur Leinenpflicht in Brut- und Setzzeit.



