
Hunde im Restaurant erlaubt? Wirt entscheidet, Küche tabu (2026)
Kurz gesagt
Ja, Hunde dürfen in Deutschland mit ins Restaurant, wenn der Betreiber es erlaubt. Kein Gesetz verbietet Hunde im Gastraum, und keines verpflichtet den Wirt, sie hereinzulassen: Er entscheidet über sein Hausrecht, auch ob nur die Terrasse, nur kleine Hunde oder gar keine. Eine feste Grenze setzt das EU-Hygienerecht: Nach der Verordnung (EG) Nr. 852/2004 müssen Lebensmittelunternehmer vermeiden, dass Haustiere in Räume gelangen, in denen Lebensmittel zubereitet, behandelt oder gelagert werden, also Küche, Lager und Kühlraum. Das überwacht meist nicht das Gesundheitsamt, sondern die Lebensmittel- und Veterinärüberwachung von Kreis oder Stadt. Eine echte Ausnahme vom Hausrecht gibt es: Menschen mit Assistenz- oder Blindenführhund darf der Zutritt nach § 12e BGG nicht wegen des Hundes verweigert werden. Normale Hundehalter können sich dagegen nicht auf das Gleichbehandlungsgesetz berufen.
Schnellantworten
- Sind Hunde im Restaurant erlaubt? Die Rechtslage
- Hausrecht in der Gastronomie: Was der Wirt darf
- Gesundheitsamt und Hygiene: Was die Regeln verlangen
- Gastraum, Terrasse, Buffet, Küche: Wo darf der Hund hin?
- Assistenzhunde: Zutrittsrecht nach § 12e BGG
- Hausrecht gegen Gleichbehandlung: Warum das AGG nicht hilft
- Welche Strafen drohen Gast und Wirt?
- Checkliste für Gäste
- Checkliste für Gastronomen
Sind Hunde im Restaurant erlaubt? Die Rechtslage in drei Sätzen
Erstens: Es gibt kein gesetzliches Hundeverbot für Restaurants, Kneipen oder Cafés. Der Deutsche Anwaltverein hat das gegenüber dem Gastronomie-Fachportal hogapage klar formuliert: Eine gesetzliche Regelung, die Hunde in Restaurants oder Kneipen verbietet, gibt es nicht; der Wirt hat das Hausrecht und kann Hunde deshalb ausschließen.
Zweitens: Es gibt auch keinen Anspruch darauf, den Hund mitzubringen. Das Hausrecht beruht nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs auf Eigentum oder Besitz an den Räumen und erlaubt dem Inhaber grundsätzlich, frei zu entscheiden, wem er den Zutritt gestattet und wem nicht (BGH, Urteil vom 9. März 2012, V ZR 115/11). Eine Begründung muss der Wirt im Normalfall nicht liefern.
Drittens: Zwei Regeln stehen über dem Willen des Wirts. Die Hygieneregel der EU hält Haustiere aus Küche und Lager fern, auch wenn der Wirt Hunde liebt. Und das Behindertengleichstellungsgesetz verpflichtet ihn, Gäste mit Assistenzhund hereinzulassen, auch wenn er sonst keine Hunde will.
Hausrecht in der Gastronomie: Was der Wirt darf
Weil der Inhaber grundsätzlich frei entscheiden kann, wen er einlässt, kann er den Zutritt auch an Bedingungen knüpfen. Für Hunde heißt das in der Praxis:
| Darf der Wirt … | Antwort | Grundlage |
|---|---|---|
| Hunde ganz verbieten? | Ja | Hausrecht (BGH V ZR 115/11) |
| Hunde nur auf der Terrasse erlauben? | Ja | Hausrecht |
| Nur kleine Hunde oder einen Hund pro Tisch erlauben? | Ja | Hausrecht; das AGG schützt keine Hundemerkmale |
| Bestimmte Rassen ausschließen? | Ja | Hausrecht; Rasse eines Hundes ist kein AGG-Merkmal |
| Leine im Lokal verlangen? | Ja | Hausrecht |
| Einen bellenden oder unruhigen Hund hinausbitten? | Ja | Hausrecht |
| Hunde in die Küche lassen? | Nein | VO (EG) Nr. 852/2004, Anhang II Kapitel IX Nr. 4 |
| Einen Assistenzhund abweisen? | Nur bei unverhältnismäßiger oder unbilliger Belastung | § 12e Abs. 1 BGG |
Reservierung bestätigt, dann Hundeverbot?
Der Bundesgerichtshof hat im erwähnten Fall eine Grenze gezogen: Hat ein Hotelbetreiber einen Gast vertraglich aufgenommen, braucht ein Hausverbot, das diesen Vertrag vereitelt, besonders gewichtige sachliche Gründe. Ob und wie sich das auf eine bestätigte Tischreservierung mit Hund übertragen lässt, hat der BGH nicht entschieden. Der praktische Rat: Nennen Sie den Hund schon bei der Reservierung und lassen Sie sich die Zusage schriftlich geben, etwa per E-Mail. Dann ist die Frage geklärt, bevor Sie vor der Tür stehen.
Wenn der Service Sie anspricht
Meist ist es nicht der Inhaber, sondern das Servicepersonal, das Sie bittet, den Hund an einen anderen Tisch zu bringen oder draußen zu lassen. Folgen Sie der Bitte und klären Sie Fragen in Ruhe mit der Leitung. Auf eine Diskussion über Gleichbehandlung zu bestehen, lohnt sich rechtlich nur in einem Fall: wenn es um einen Assistenzhund geht.
Gesundheitsamt, Lebensmittelüberwachung, Hygiene: Was die Regeln wirklich verlangen
Viele suchen nach dem „Gesundheitsamt“, wenn es um Hunde im Restaurant geht. Die Hygienekontrollen in Gaststätten führt in Deutschland aber in der Regel eine andere Behörde durch. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) beschreibt den Aufbau so: Für die Lebensmittelüberwachung sind die Bundesländer verantwortlich, und die Ämter für Lebensmittel- und Veterinärüberwachung der Kreise und kreisfreien Städte führen die Kontrollen vor Ort durch. Nach Angaben des BVL kontrollieren sie jährlich rund 500.000 Betriebe. Wie das Amt bei Ihnen heißt, unterscheidet sich je nach Land und Kreis.
Die EU-Regel: Haustiere raus aus Küche und Lager
Maßstab ist die EU-Verordnung (EG) Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes nennt die genaue Stelle: Artikel 4 Absatz 2 in Verbindung mit Anhang II Kapitel IX Nummer 4. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) fasst den Inhalt so zusammen: Lebensmittelunternehmer müssen grundsätzlich vermeiden, dass Haustiere Zugang zu den Räumen haben, in denen Lebensmittel zubereitet, behandelt oder gelagert werden. Die Regelung sieht aber auch vor, dass die zuständige Behörde in Sonderfällen den Zugang gestatten kann.
Wichtig für die Suchfrage „Gesundheitsamt Hunde im Restaurant“: Die Pflicht richtet sich an den Betrieb, nicht an den Gast, und sie nennt Räume der Zubereitung, Behandlung und Lagerung. Ein ausdrückliches Hundeverbot für den Gastraum haben wir weder in der EU-Verordnung noch in der deutschen Lebensmittelhygiene-Verordnung gefunden. Wie die Behörde einen konkreten Betrieb beurteilt, etwa eine offene Küche mit Theke direkt am Gastraum, ist eine Frage des Einzelfalls.
Die deutsche Ergänzung: Lebensmittelhygiene-Verordnung
Die Lebensmittelhygiene-Verordnung (LMHV) verlangt in § 3, dass Lebensmittel nur so hergestellt, behandelt oder in den Verkehr gebracht werden, dass sie bei Beachtung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt nicht der Gefahr einer nachteiligen Beeinflussung ausgesetzt sind. § 2 zählt dazu unter anderem Verunreinigungen, Gerüche sowie menschliche und tierische Ausscheidungen. Für Hunde im Lokal bedeutet das: Der Hund darf nicht an offene Speisen kommen, nicht an Theke oder Buffet schnuppern und nicht vom Gästegeschirr fressen.

Gastraum, Terrasse, Buffet, Küche: Wo darf der Hund hin?
Aus Hausrecht und Hygieneregeln ergibt sich ein einfaches Bild. Die Tabelle zeigt, wer in welchem Bereich entscheidet.
| Bereich | Hund erlaubt? | Wer entscheidet, nach welcher Regel |
|---|---|---|
| Terrasse, Biergarten, Außenbereich | Wenn der Betreiber es erlaubt | Hausrecht |
| Gastraum, räumlich getrennt von der Küche | Wenn der Betreiber es erlaubt | Hausrecht; Hund darf nicht an offene Speisen (LMHV § 3) |
| Buffet, Salatbar, offene Speisen | Besser fernhalten | Laut Deutschem Anwaltverein können Hunde dort aus Hygienegründen unzulässig sein |
| Küche, Lager, Kühlraum | Nein, auch nicht mit Erlaubnis des Wirts | VO (EG) Nr. 852/2004; Ausnahmen nur durch die Behörde in Sonderfällen |
| Gastraum mit Assistenzhund | Ja, Zutritt darf nicht wegen des Hundes verweigert werden | § 12e Abs. 1 BGG |
Wichtig: Bedientheke und Buffet stehen nicht wörtlich in der EU-Verordnung. Die Verordnung spricht von Räumen, in denen Lebensmittel zubereitet, behandelt oder gelagert werden. Ob ein Thekenbereich dazu zählt, beurteilt im Zweifel die Lebensmittelüberwachung. Für Sie als Gast ist die Konsequenz trotzdem klar: Der Hund bleibt am Tisch und hat an Theke und Buffet nichts zu suchen.
Assistenzhunde: Zutrittsrecht nach § 12e BGG
Seit dem 1. Juli 2021 gilt § 12e des Behindertengleichstellungsgesetzes. Absatz 1 lautet:
Dass Restaurants dazugehören, stellt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) klar: Typisch öffentlich zugänglich sind Einrichtungen mit sogenannten Massengeschäften, etwa im Einzelhandel, in der Gastronomie, bei Friseuren, in Freizeiteinrichtungen, Museen und Kinos. Die Pflicht zur Duldung reicht damit ausdrücklich in den privaten Bereich.
Hygiene ist in der Regel kein Ablehnungsgrund
Die Ausnahme („unverhältnismäßige oder unbillige Belastung“) ist eng. Laut BMAS führt die Gesetzesbegründung aus, dass beim Zutritt zu Lebensmittelgeschäften und Gastronomieeinrichtungen eine unverhältnismäßige Belastung aus hygienischen Gründen regelmäßig nicht in Betracht kommt. Die Beweislast dafür liegt beim Betreiber. Das BMLEH ergänzt für Lebensmittelgeschäfte: Es muss lediglich darauf geachtet werden, dass die Tiere nicht mit Lebensmitteln in Berührung kommen und sie verunreinigen. Das Zutrittsrecht gilt für Bereiche, die typischerweise für den allgemeinen Publikumsverkehr zugänglich sind; eine Restaurantküche gehört normalerweise nicht dazu.
Was ist ein Assistenzhund im Sinne des Gesetzes?
§ 12e Abs. 3 BGG definiert ihn als speziell ausgebildeten Hund, der einem Menschen mit Behinderungen die selbstbestimmte Teilhabe ermöglichen, erleichtern oder behinderungsbedingte Nachteile ausgleichen soll. Das ist insbesondere der Fall, wenn der Hund mit seinem Menschen als Mensch-Assistenzhund-Gemeinschaft zertifiziert ist, von einem Sozialversicherungs-, Beihilfe- oder Heilfürsorgeträger oder einer privaten Versicherung als Hilfsmittel anerkannt ist, im Ausland anerkannt ist oder unter die Übergangsregel für Teams vor dem 1. Juli 2023 fällt. Blindenführhunde zählen dazu. Nach Absatz 4 ist ein Assistenzhund als solcher zu kennzeichnen, nach Absatz 5 braucht er eine Haftpflichtversicherung.
Was darf das Restaurant fragen, und was nicht?
- Darf: auf das Kennzeichen am Hund achten oder, wenn keines sichtbar ist, nach dem Ausweis über die Mensch-Assistenzhund-Gemeinschaft fragen. Laut BMAS genügt eines von beiden.
- Darf nicht verlangen: weitere Nachweise. Das BMAS schreibt ausdrücklich: „Ein weiterer Nachweis ist nicht erforderlich.“ Eine Diagnose, ein Attest oder einen Schwerbehindertenausweis muss der Gast für den Zutritt also nicht vorlegen.
- Darf erwarten: dass der Hund nicht an Lebensmittel kommt. Im Zusammenhang mit Gesundheitseinrichtungen nennt das BMAS einen offensichtlich ungepflegten oder ungesunden Hund als möglichen Grund für eine Ausnahme im Einzelfall.
Wenn ein Restaurant den Assistenzhund trotzdem abweist
Ein Bußgeld für private Betriebe sieht das BGG nicht vor; die Regel, dass eine unberechtigte Verweigerung als Benachteiligung gilt (§ 12e Abs. 2), betrifft nur Träger öffentlicher Gewalt. Betroffene haben aber zwei Wege:
- Schlichtungsstelle BGG: Wer sich durch Betreiber von Anlagen und Einrichtungen in einem Recht nach dem BGG verletzt sieht, kann nach § 16 Abs. 2 BGG ein Schlichtungsverfahren bei der Schlichtungsstelle beim Behindertenbeauftragten der Bundesregierung beantragen. Das Verfahren ist nach § 16 Abs. 6 unentgeltlich.
- AGG: Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes wertete in einem Beratungsfall ein Hundeverbot, das eine Frau mit Assistenzhund aus einem Supermarkt fernhielt, als zumindest mittelbare Benachteiligung wegen einer Behinderung, die sich nicht mit Hygienevorschriften rechtfertigen ließ. Ansprüche nach § 21 AGG (Beseitigung, Unterlassung, Schadensersatz, Entschädigung) müssen innerhalb von zwei Monaten geltend gemacht werden.
Ausführlich, mit Musterformulierungen für den Ernstfall, behandelt das unser Ratgeber Assistenzhund: Zutritt verweigert, was tun?
Hausrecht gegen Gleichbehandlung: Warum Hundehalter sich nicht aufs AGG berufen können
Die alte Überschrift dieses Artikels lautete „Hausrecht gegen Gleichbehandlung“, und genau hier liegt die Antwort auf viele Diskussionen am Eingang. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz will nach § 1 Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität verhindern. Im Zivilrecht gilt das Benachteiligungsverbot nach § 19 Abs. 1 vor allem für sogenannte Massengeschäfte, also Verträge, die typischerweise ohne Ansehen der Person zu gleichen Bedingungen geschlossen werden. Ein Restaurantbesuch ist so ein Geschäft.
„Hundehalter“ steht nicht in dieser Liste. Ein Hundeverbot benachteiligt Sie also nicht im Sinne des AGG, egal wie gut erzogen Ihr Hund ist. Der Bundesgerichtshof hat im Hotel-Fall außerdem betont, dass der Gesetzgeber bewusst darauf verzichtet hat, weitere Merkmale (dort: die politische Überzeugung) in das Diskriminierungsverbot aufzunehmen; daraus ergaben sich keine Beschränkungen des Hausrechts.
Anders beim Assistenzhund. Dort knüpft die Benachteiligung nicht an den Hund an, sondern an die Behinderung des Menschen, der auf ihn angewiesen ist. Ein scheinbar neutrales Hundeverbot trifft Menschen mit Assistenzhund besonders hart, deshalb sieht die Antidiskriminierungsstelle darin eine mittelbare Benachteiligung. Auf dieser Linie hatte bereits das Bundesverfassungsgericht 2020 entschieden, dass die Verweigerung des Zutritts zu einer orthopädischen Praxis eine sehbehinderte Person mit Assistenzhund mittelbar benachteiligte (Beschluss vom 30. Januar 2020, 2 BvR 1005/18, laut Antidiskriminierungsstelle).
Welche Strafen drohen Gast und Wirt?
Ein Bußgeld allein dafür, dass ein Gast seinen Hund mit ins Lokal bringt, haben wir in den geprüften Vorschriften nicht gefunden; die Hygienepflichten richten sich an den Betrieb. Ärger entsteht erst, wenn jemand die Bitte des Wirts ignoriert, der Hund Schaden anrichtet oder der Betrieb die Hygieneregeln verletzt.
| Situation | Mögliche Folge | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Gast bleibt trotz Aufforderung mit Hund im Lokal | Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe; verfolgt nur auf Antrag | § 123 StGB (Hausfriedensbruch) |
| Wirt erteilt nach Streit ein Hausverbot | Sie dürfen das Lokal künftig nicht mehr betreten | Hausrecht |
| Hund beschädigt Einrichtung oder verletzt jemanden | Halter muss den Schaden ersetzen | § 833 BGB (Tierhalterhaftung) |
| Betrieb setzt Lebensmittel der Gefahr einer nachteiligen Beeinflussung aus | Ordnungswidrigkeit, Bußgeldrahmen bis 50.000 Euro | § 10 Nr. 1 LMHV, § 60 Abs. 2 Nr. 26a und Abs. 5 Nr. 2 LFGB |
| Betrieb weist Gast mit Assistenzhund ab | Schlichtung; Ansprüche auf Beseitigung, Unterlassung, Schadensersatz, Entschädigung | § 16 BGG; § 21 AGG (Frist zwei Monate) |
Zur Haftung: Nach § 833 BGB haftet der Halter, wenn sein Tier einen Menschen verletzt oder eine Sache beschädigt. Ob Ihre Hundehaftpflicht Schäden im Restaurant abdeckt, steht in Ihren Versicherungsbedingungen. Wie die Tierhalterhaftung in einem ganz anderen Fall greift, zeigt unser Beitrag Hund beißt Einbrecher: Wer haftet?

Checkliste für Gäste: So klappt der Restaurantbesuch mit Hund
Vorher
- Vorher fragen: am Telefon, per E-Mail oder bei der Online-Reservierung. Nennen Sie Größe und Anzahl der Hunde.
- Zusage festhalten: Eine schriftliche Bestätigung erspart Diskussionen, wenn am Abend anderes Personal da ist.
- Uhrzeit wählen: Ruhige Zeiten sind für Hund und Service leichter als der volle Freitagabend.
- Gassi gehen: Ein ausgiebiger Spaziergang vorher macht einen ruhigen Hund wahrscheinlicher.
Mitnehmen
- Leine, kurz genug, dass der Hund nicht in den Gang reicht. Draußen gelten zusätzlich die Leinenregeln Ihres Bundeslands oder Ihrer Stadt; in Berlin etwa gilt seit dem 1. Januar 2019 eine allgemeine Leinenpflicht im Stadtgebiet mit Ausnahmen. Mehr zu Leinenpflichten in unserem Beitrag zur Leinenpflicht in der Brut- und Setzzeit.
- Eigener Napf und eine Flasche Wasser, damit der Hund nicht aus Gästegeschirr trinkt.
- Decke oder Matte als fester Liegeplatz unter dem Tisch.
- Kotbeutel für den Weg hin und zurück.
- Ein Kauartikel, der leise ist und nicht krümelt.
Im Lokal
- Tisch am Rand wählen, nicht im Durchgang zur Küche.
- Hund auf den Boden, nicht auf Stuhl oder Bank, außer der Wirt bietet es ausdrücklich an.
- Nicht vom Teller füttern. Manche Zutaten sind für Hunde gefährlich, zum Beispiel Xylit in Desserts; siehe unseren Beitrag zu Xylit und Birkenzucker.
- Abstand zu Buffet und Theke halten.
- Gehen, wenn es nicht passt: Bellt der Hund dauerhaft oder ist er gestresst, ist ein früher Abschied besser als ein Platzverweis. Ruhiges Liegen lässt sich üben, etwa mit unserem Übungsplan zur Impulskontrolle.
Checkliste für Gastronomen: Schilder, Hausordnung, Assistenzhunde
- Regel festlegen: Hunde ja, nein oder nur in bestimmten Bereichen, Größen oder Zeiten. Das Hausrecht lässt Ihnen die Wahl.
- Schild an den Eingang: Nach Einschätzung des Deutschen Anwaltvereins dürfen Gäste ohne Verbotsschild von einer Erlaubnis ausgehen. Ein klares Schild verhindert Missverständnisse.
- Hausordnung sichtbar machen: auf der Website, im Reservierungssystem und auf der Speisekarte, damit Gäste vorher Bescheid wissen.
- Küche und Lager sichern: Türen geschlossen halten, damit kein Tier in Räume gelangt, in denen Lebensmittel zubereitet, behandelt oder gelagert werden (VO (EG) Nr. 852/2004).
- Assistenzhunde immer einlassen: auch bei generellem Hundeverbot. Formulieren Sie es auf dem Schild mit, etwa: „Hunde sind bei uns leider nicht gestattet. Assistenz- und Blindenführhunde sind willkommen.“
- Offizielles Logo nicht nachdrucken: Das Assistenzhund-Logo der Assistenzhundeverordnung ist eine geschützte Marke der Bundesrepublik Deutschland (Register-Nr. 30 2023 007 077). Laut BMAS ist es untersagt, das Zeichen auf Anhängern, Aufnähern oder Ähnlichem anzubringen; Verstöße können nach § 143 MarkenG strafbar sein. Für Ihre Tür reicht ein Text-Hinweis.
- Personal schulen: Das Kennzeichen am Hund oder der Ausweis der Mensch-Assistenzhund-Gemeinschaft genügt; weitere Nachweise sind laut BMAS nicht erforderlich.
- Wassernäpfe getrennt halten: Unser Rat, wenn Sie Näpfe anbieten: nicht mit dem Gästegeschirr spülen und nicht in der Küche aufbewahren.
- Bei Unsicherheit fragen: Für Hygienefragen ist die Lebensmittelüberwachung Ihres Kreises oder Ihrer Stadt zuständig, nicht der Gast und nicht das Internet.
Häufige Fragen zu Hunden im Restaurant
Sind Hunde im Restaurant erlaubt?
Ja, wenn der Betreiber es erlaubt. Ein Gesetz, das Hunde in Restaurants generell verbietet, gibt es in Deutschland nicht; der Wirt entscheidet über sein Hausrecht. Tabu sind nur Küche, Lager und Kühlräume.
Was sagt das Gesundheitsamt zu Hunden im Restaurant?
Die Hygiene in Restaurants kontrolliert in der Regel die Lebensmittel- und Veterinärüberwachung von Kreis oder Stadt. Maßstab ist die EU-Verordnung (EG) Nr. 852/2004: Haustiere dürfen keinen Zugang zu Räumen haben, in denen Lebensmittel zubereitet, behandelt oder gelagert werden. Ein Hundeverbot für den Gastraum steht dort nicht.
Darf ein Restaurant Hunde verbieten?
Ja. Der Inhaber des Hausrechts kann grundsätzlich frei entscheiden, wem er Zutritt gewährt. Hundehalter sind keine durch das AGG geschützte Gruppe. Ausnahme: Menschen mit Assistenzhund nach § 12e BGG.
Darf ein Restaurant nur kleine Hunde oder bestimmte Rassen zulassen?
Ja, auch das deckt das Hausrecht. Das AGG schützt Merkmale von Menschen wie Behinderung oder Alter, nicht Größe oder Rasse eines Hundes.
Darf der Hund mit ans Buffet?
Besser nicht. Laut Deutschem Anwaltverein können Hunde aus Hygienegründen unzulässig sein, wenn Speisen offen präsentiert werden, etwa an Salatbar oder Buffet. Lassen Sie den Hund am Tisch.
Muss ein Restaurant Assistenzhunde hereinlassen?
Ja. Nach § 12e Abs. 1 BGG darf Menschen mit Behinderungen der Zutritt nicht wegen ihres Assistenzhundes verweigert werden, außer bei unverhältnismäßiger oder unbilliger Belastung. Laut Gesetzesbegründung ist das in der Gastronomie aus hygienischen Gründen regelmäßig nicht der Fall.
Welchen Nachweis braucht ein Assistenzhund im Restaurant?
Laut Bundesarbeitsministerium genügt das Kennzeichen mit Assistenzhund-Logo am Hund oder das Vorzeigen des Ausweises über die Mensch-Assistenzhund-Gemeinschaft. Ein weiterer Nachweis ist nicht erforderlich.
Gilt das Zutrittsrecht auch für Emotional-Support-Hunde?
Nur wenn der Hund ein Assistenzhund im Sinne von § 12e Abs. 3 BGG ist, also speziell ausgebildet und zertifiziert oder als Hilfsmittel anerkannt. Für andere Hunde gilt das normale Hausrecht.
Was passiert, wenn ich mit Hund trotz Aufforderung nicht gehe?
Wer in Geschäftsräumen bleibt, obwohl der Berechtigte ihn zum Gehen auffordert, kann sich nach § 123 StGB wegen Hausfriedensbruchs strafbar machen: Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe, verfolgt nur auf Antrag.
Welche Strafe droht einem Wirt bei Hygieneverstößen?
Wer Lebensmittel der Gefahr einer nachteiligen Beeinflussung aussetzt, handelt nach § 10 LMHV ordnungswidrig. Der Bußgeldrahmen reicht laut § 60 Abs. 5 LFGB bis 50.000 Euro; das ist eine Obergrenze, kein Regelsatz.
Dürfen Hunde auf die Terrasse oder in den Biergarten?
Auch draußen entscheidet der Betreiber per Hausrecht. Fragen Sie vorher; außerhalb des Lokals gelten zusätzlich die Leinenregeln Ihres Bundeslands oder Ihrer Stadt.
Quellen, abgerufen am 29. Oktober 2026
- Verordnung (EG) Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene, Art. 4 Abs. 2 i. V. m. Anhang II Kapitel IX Nr. 4 (Fundstelle laut Antidiskriminierungsstelle des Bundes; englischer Wortlaut über legislation.gov.uk).
- Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH): Betreten von Lebensmittelgeschäften mit Blindenführhund oder Assistenzhund darf nicht untersagt werden (2. Februar 2022).
- Behindertengleichstellungsgesetz (BGG): § 12e Menschen mit Behinderungen in Begleitung durch Assistenzhunde; § 16 Schlichtungsstelle (gesetze-im-internet.de).
- Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS): Fragen und Antworten zur Assistenzhundeverordnung (AHundV).
- Antidiskriminierungsstelle des Bundes: Aktueller Fall „Extrawurst für Assistenzhunde?“; Duldungspflicht von Assistenzhunden in öffentlich zugänglichen Anlagen (29. Juli 2021).
- Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG): §§ 1, 19, 20, 21 (gesetze-im-internet.de).
- Bundesgerichtshof, Urteil vom 9. März 2012, V ZR 115/11 (Hausverbot im Hotel), Bericht bei otto-schmidt.de.
- Lebensmittelhygiene-Verordnung (LMHV) §§ 2, 3, 10; Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) § 60 (gesetze-im-internet.de).
- Strafgesetzbuch § 123; Bürgerliches Gesetzbuch § 833 (gesetze-im-internet.de).
- Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL): Lebensmittelüberwachung, eine Aufgabe der Bundesländer.
- hogapage: „Dürfen Wirte Hunde verbieten?“ mit Einschätzung des Deutschen Anwaltvereins (5. Juni 2018).
- IHK Pfalz: Zutritt für Assistenzhunde.
- IVH/ZZF: Der Deutsche Heimtiermarkt 2025, Pressemitteilung vom 27. April 2026.
- Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin: Hunde in Berlin (Leinenpflicht).



